Lederpflege-Anleitung: So bleiben deine Lederwaren lange schön
- Warum muss ich Leder überhaupt pflegen?
- Glattleder vs. Rauhleder
- Die häufigsten Pflegefehler
- Schritt-für-Schritt: Glattleder pflegen
- Schritt-für-Schritt: Rauhleder pflegen
- Fazit Lederpflege
Warum muss ich Leder überhaupt pflegen?
Leder ist ein Naturprodukt, das ähnlich wie unsere eigene Haut kontinuierlich Feuchtigkeit und Nährstoffe benötigt. Ohne regelmäßige Pflege verliert es seine Elastizität, wird spröde, rissig und verblasst mit der Zeit.
Durch das Auftragen von Pflegemitteln bleibt das Material geschmeidig, reißfest und erhält eine schützende Barriere gegen Schmutz und Feuchtigkeit.
Kurz gesagt: Nur durch die richtige Pflege maximierst du die Lebensdauer deines Leders, bewahrst seine edle Optik und verhinderst vorzeitigen Verschleiß.
Glattleder vs. Rauhleder

Leder ist nicht gleich Leder. Zuerst ein kurzer Überblick über die Unterschiede der Lederarten.
Glattleder
- Oberfläche: glatt, geschlossen, leicht glänzend
- Beispiele: Geldbörsen, Gürtel, Handtaschen
- Pflege: Ledercreme, Lederbalsam, feuchtes Tuch
- Wasserempfindlichkeit: mittel
Rauhleder (Velours & Nubuk)
- Oberfläche: samtig, offen, matt
- Beispiele: Nubuk-Taschen, Wildleder-Portemonnaies
- Pflege: Wildlederbürste, Imprägnierspray, Spezialreiniger
- Wasserempfindlichkeit: hoch – sofort imprägnieren
Die häufigsten Pflegefehler

Dies solltest du unbedingt bei Lederwaren vermeiden.
1. Falsches Pflegemittel
Glattledercreme auf Rauhleder zerstört die samtige Oberfläche dauerhaft.
2. Haushaltsreiniger verwenden
Alkohol, Essig oder Allzweckreiniger greifen das Leder an.
3. Nasses Leder reiben
Immer vollständig trocknen lassen, bevor du reinigst.
Und: Keinesfalls auf der Heizung trocknen
4. Zu viel Pflege ;-)
Übermäßiges Eincremen verstopft die Poren des Leders. Viel hilft nicht viel.
5. Direkte Sonneneinstrahlung
Sonnenstrahlung lässt Leder ausbleichen und austrocknen.
Deshalb bei der Aufbewahrung auf einen schattigen Standort achten.
6. Aufbewahrung in Plastiktüten
Leder braucht Luft – Baumwollbeutel verwenden.
7. Aufbewahrung in feuchten Orten
Leder braucht trockene Luft, sonst kann es schimmeln. Vorsicht vor alten Kellern!
Schritt-für-Schritt: Glattleder pflegen

1. Reinigen
Staub und Schmutz mit einem fusselfreien Tuch entfernen. Bei Flecken: milden Lederreiniger verwenden.
2. Trocknen lassen
An der Luft trocknen – kein Föhn, keine direkte Wärme.
3. Eincremen
Ledercreme dünn und gleichmäßig auftragen. Kurz einwirken lassen.
4. Auspolieren
Mit einem weichen Tuch auspolieren – gibt dem Leder seinen natürlichen Glanz zurück.
5. Schützen
Imprägnierspray auftragen, besonders bei täglich genutzten Produkten.
💡 Alle 4–6 Wochen pflegen – oder wenn das Leder trocken oder stumpf wirkt.
Schritt-für-Schritt: Rauhleder pflegen

Wichtig: Keine Cremes oder Fette verwenden – sie zerstören die samtige Oberfläche dauerhaft.
1. Trocken bürsten
Mit einer Wildlederbürste in einer Richtung bürsten.
2. Flecken behandeln
Wildleder-Radierer oder Spezialreiniger verwenden. Niemals nass reiben.
3. Struktur auffrischen
Gegen den Strich bürsten, um die Fasern aufzurichten.
4. Imprägnieren
Imprägnierspray aus 30 cm Abstand gleichmäßig auftragen.
5. Trocknen und Nachbürsten
Vollständig trocknen lassen, dann leicht nachbürsten.
💡 Neues Rauhleder sofort beim Kauf imprägnieren – noch vor dem ersten Gebrauch.
Unser Fazit: Lederpflege
Gutes Leder ist eine Investition. Wer regelmäßig und mit den richtigen Mitteln pflegt, erhält ein Produkt, das jahrelang hält und mit der Zeit nur schöner wird.
Patina ist kein Makel – sie ist die Geschichte deines Leders.